Private Krankenversicherung - versichert mit Privilegien

Immer wieder geistert die Frage durch die Medien, ob man als Versicherter, der eine Private Krankenversicherung abgeschlossen hat, gegenüber denjenigen, bei denen die Gesetzliche Krankenversicherung für den medizinischen Versicherungsschutz sorgt, auch dann einige Vorteile genießt, wenn es um grundsätzliche medizinische Versorgung geht. Eine Studie im Auftrag des BKK Bundesverbandes im April/Mai 2008 scheint zumindest dafür zu sprechen; Versicherte mit Versicherungsschutz durch eine Private Krankenversicherung warteten im Durchschnitt drei Tage auf einen Arzttermin, während diejenigen, die sich für die gesetzliche Krankenversicherung entschieden hatten oder entscheiden mussten, im Durchschnitt acht Tage warteten. Es würde die Länge dieses kleinen Artikels überfordern, würden wir hier darüber sprechen wollen, ob die Vorteile, die die Private Krankenversicherung in mehrfacher Beziehung bietet, nicht bereits Beleg für die Realität einer Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland sind. Fakt scheint: Möchte man private Krankenversicherung vergleichen mit der GKV hierzulande, so scheinen sich tatsächlich einige wertvolle Vorteile herauszukristallisieren, obgleich es ohne Zweifel auch Nachteile gibt. Eine kostenfreie Zusatzversicherung für Familienangehörige, wie sie die Gesetzliche Krankenversicherung bietet, existiert für die Private Krankenversicherung beispielsweise nicht.

Auch für private Krankenversicherungen ändert sich durch die Gesundheitsreform 2009 einiges; ab 2009 ist die Privat Krankenversicherung gezwungen, einen so genannten Basistarif anzubieten. Wer im Rahmen eines Basistarifs in die Private Krankenversicherung wechseln möchte, muss keine Gesundheitsprüfung durch den Versicherer über sich ergehen lassen und bekommt durch die Private Krankenversicherung einen Versicherungsschutz, der dem Katalog der Pflichtleistungen für die Gesetzliche Krankenversicherung entspricht. Inwieweit auch über den Basistarif Versicherte Vorteile durch ihre Private Krankenversicherung genießen, wird die Zukunft noch zeigen müssen.

Wer sich über den Basistarif hinaus bei der Privat Krankenversicherung versichern möchte, muss nach wie vor den Gesundheitscheck mitmachen. Mit ihm bestimmen Private Krankenversicherungen das Risiko häufiger Erkrankungen des Versicherungsnehmers, das - falls gegeben - zu erhöhten Kosten für die Krankenkasse führen kann. Je höher dieses Risiko bewertet wird, desto höher fallen die Beitragssätze für die Private Krankenversicherung aus; Einflussfaktoren sind daneben das Alter und das Geschlecht des potenziellen Versicherungsnehmers. Das Schöne an Privater Krankenversicherung abseits des Basistarifs ist, dass man eine ganze Reihe von Leistungen über das Mindestmaß hinaus frei wählen kann oder auch nicht; man hat also die Auswahl, ob man die Privat Krankenversicherung mit niedrigeren Beiträgen oder die mit mehr Leistungen wählt. Das Ganze macht die Dinge allerdings schwieriger, wenn man Private Krankenversicherung vergleichen möchte. Schließlich muss man erst einmal den Leistungskatalog bestimmen, den man gerne hätte, bevor so ein Versicherungsvergleich sinnvoll wird. Passende Internetseiten helfen einem allerdings dabei, Private Krankenversicherung und Private Krankenversicherung vergleichen zu können.

Nicht zwangsläufig heißt die Frage stets: Private Krankenversicherung oder Gesetzliche Krankenversicherung für optimalen und preisgünstigen Schutz? Statt des "oder" ist durchaus auch ein "und" möglich. Der Versicherte bleibt dann in der GKV versichert, nutzt aber eine private Krankenzusatzversicherung aus, um den Versicherungsschutz zu erweitern. Eine Private Krankenzusatzversicherung existiert beispielsweise als Zahnzusatzversicherung auf dem Markt, die die Versicherungsleistungen der GKV ergänzt.

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